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über das Buch
"Erst zu Stücken müssen wir uns schlagen, eh' wir wissen, was wir sind und was wir können."
(Christian Dietrich Grabbe)
Als die fast 500 Jahre alte Vampirin Cameron unfreiwilliger Weise den 17-jährigen High School Jungen Jack davor bewahrt, zum schnellen Snack für drei ihrer Artgenossen zu werden, hätte sie ihn gleich darauf eigentlich aus ihren Gedanken verbannen sollen. Sie hatte wirklich genug eigene Probleme - als Geächtete zweier Welten, sowohl der vampirischen als auch der menschlichen Welt, lebte es sich nicht einfach. Brauchte sie dazu noch mehr Beweise, als den dumpf pochenden Schmerz von den Rippenbrüchen und dem Bissmal an ihrem Hals, die sie ihrer Rettungsaktion zu verdanken hat?
Doch die Unbeschwertheit von Jacks jungem Leben, die Unmittelbarkeit und Gegenwärtigkeit haben eine große Anziehungskraft auf Cameron, die ihre eigene jahrhundertelange Existenz wie eine Tonnenlast auf den Schultern trägt. Sie gibt sich der Hoffnung hin, an Jacks Seite einen Teil der eigenen Sorgen hinter sich lassen und einen Neuanfang wagen zu können. Schon bald zeigt sich, dass dies bloß utopisches Wunschdenken ist...
Pressetext des Verlages
Cameron - Fantastische Vampir-Romanze rund um ein außergewöhnliches Paar
Eine uralte Vampirin verliebt sich in Fee O'Keeffes "Cameron" in einen menschlichen Jungen, doch für die Liebe müssen die beiden einen hohen Preis bezahlen.
Cameron hadert seit Jahrhunderten mit ihrer Existenz und fragt sich immer wieder, ob sie irgendwann wahres Glück finden wird. Es ist immerhin für eine 500 Jahre alte Vampirin nicht gerade einfach, normale Verabredungen zu haben. Eines Tages verändert sich alles: Die alte, aber immer noch attraktive Vampirin mit schwieriger Vergangenheit verliebt sich Hals über Kopf in einen menschlichen Jungen. An seiner Seite hofft sie, die Schatten ihrer Existenz hinter sich lassen zu können. Doch schon bald wird sie von diesen eingeholt. Als nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer menschlichen Liebe auf dem Spiel steht, muss sie eine schicksalhafte Entscheidung treffen.
Der Roman "Cameron" von Fee O'Keeffe ist eine spannende Mischung aus paranormaler Fantasy und dramatischer Liebesgeschichte. Die eindrucksvolle Protagonistin beginnt einen Kampf gegen ihr anscheinend vorbestimmtes Schicksal. Hat die Liebe zwischen einer alten Vampirin und einem jungen Menschen eine Chance, oder muss dafür ein schrecklicher Preis bezahlt werden? Die spannende Frage lässt die Leser bis zum Ende mitfiebern und garantiert fantastischen Lesespaß.
Leseprobe
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Jacks Lächeln erwidernd stieß Cameron sich von der Seite ihrer Corvette ab.
„Hast du einen Führerschein?“, wollte sie von ihm wissen.
Er nickte, nicht ahnend, was er damit auslösen würde. Als Cameron ihm den Autoschlüssel zuwarf, fing er diesen zwar geschickt auf, aber er war mehr als nur völlig perplex. Und das ging nicht nur ihm so.
Da war es wieder: ihr schlichtweg schreiend unvernünftiges Handeln, das Cameron befallen hatte, seit sie Jack kennen gelernt hatte. Ein was zum Teufel tust du da beschrieb ihre neuste Entgleisung wohl kaum noch angemessen. Sie gab ihm den Schlüssel zu ihrem Auto? Für einen Moment verfluchte Cameron den Umstand, dass das gleißende Sonnenlicht des erneut freundlichen Novembertages sie nicht augenblicklich in Flammen aufgehen ließ. Ihr Auto? Sie konnte es einfach nicht fassen. Dieser Junge musste sie verhext haben. Anders war das nicht mehr zu erklären.
Nichtsdestotrotz ließ ihr Stolz es nicht zu, ihm den Schlüssel wieder abzunehmen, auch wenn sie vor ihrem inneren Auge kurz das Szenario vorbeiziehen sah, wie sie sich im vollen Vampirmodus auf Jack stürzte und ihm den Schlüssel aus seinen Händen entrang. Aber sie tat nichts dergleichen.
Sie war sich nicht sicher, ob ihr ihre Gesichtszüge entglitten waren und auf diesen ihre Entgeisterung über ihr eigenes Verhalten geschrieben stand. Jetzt zumindest versuchte sie sich wieder unter Kontrolle zu kriegen. Jack sah sie noch immer auf eine Weise an, die vermuten ließ, dass auch er an ihrem Geisteszustand zweifelte, aber sie nickte ihm nur so lässig, wie sie es in diesem Augenblick bewerkstelligen konnte, zu.
„Schon mal eine Corvette gefahren?“, fragte sie ihn und zwang ein recht misslungenes Lächeln auf ihre Züge.
Er schüttelte den Kopf. Dem widersprechend erklärte er mit einem Lächeln, das nicht viel glücklicher wirkte als das von Cameron: „Einmal. Als Beifahrer. Das war vorgestern.“
Natürlich war er das noch nie. Cameron knirschte mit den Zähnen. Nur ein Wahnsinniger konnte einem vielleicht siebzehnjährigen Jungen das Steuer eines solchen Wagens überlassen.
Dessen ungeachtet hörte sie ihre eigene Stimme sagen: „Na, dann wird es ja mal Zeit.“ Sie musste jedes bisschen Verstand, dass sie glaubte, je besessen zu haben, verloren haben.
Jack sah sie noch einen Moment zweifelnd an, doch dann schien er sich plötzlich bewusst zu werden, dass sich ihm hier eine Chance bot, die er vermutlich so schnell nicht wiedererhalten würde. Nun hatte er es auf einmal eilig, in das Auto einzusteigen.
Cameron ließ sich auf den Beifahrersitz sinken. Beinahe mit Tränen in den Augen beobachtete sie Jack dabei, wie er trotz seiner plötzlichen Entschlossenheit nun doch wieder nervös Spiegel und Sitz für sich einstellte. Dann sah er sich im Wageninneren um. Sein Blick viel auf die Gangschaltung.
„Hm“, machte er. Dann gar nichts weiter.
Cameron kniff die Augen zusammen. Sie musste sich sehr zusammenreißen, um ihn nicht ungehalten anzufahren, was bitteschön an ihrem Auto ein „hm“ verdient hatte.
Er erlöste sie aus ihrem sich zusammenbrauenden Ärger, ehe dieser aus ihr herausbrechen konnte. „Ich bin eigentlich Automatik gewohnt“, gestand er.
Oh Gott! Cameron hätte am liebsten die Hände vors Gesicht geschlagen. Die Fahrt würde in einer einzigen großen Katastrophe enden. Jack würde ihr Auto um den nächstbesten Baum wickeln. Es würde nicht nur einen Totalschaden geben. Nein. Es würde ein einziges Gemetzel sein, schlimmer noch: Armageddon! Doch was daran das allerschlimmste war, war, dass sie dabei nicht sterben würde. Sie würde aus den Trümmern ihres Autos austeigen und leben, um genau das zu sehen.